Die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC) haben gemeinsam mit der Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien mbH (GFC) den Statusbericht 2026 mit der Jahresabfallstatistik 2025 veröffentlicht. Der Bericht gibt einen aktuellen Überblick über die Entwicklung der Abfallwirtschaft im Kreis Coesfeld sowie über zentrale Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien.
Die Abfallwirtschaft umfasst heute weit mehr als die sichere Entsorgung von Abfällen. Im Mittelpunkt stehen zunehmend die Rückgewinnung wertvoller Ressourcen durch Recycling und Verwertung sowie deren Rückführung in den Stoffkreislauf. Gleichzeitig gewinnt die energetische Nutzung von Abfällen weiter an Bedeutung und ergänzt die Kreislaufwirtschaft sinnvoll.
Die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH nutzen Bioabfälle im Kreis Coesfeld sowohl stofflich als auch zur Energiegewinnung. Die energetische Verwertung von Bioabfällen entwickelt sich dabei zu einem wichtigen Baustein einer nachhaltigen Energieversorgung. Im Jahr 2025 wurden durch Vergärung und anschließende Aufbereitung rund 19 Millionen Kilowattstunden Biomethan erzeugt und in das Erdgasnetz eingespeist. Damit leisten Bioabfälle einen Beitrag zur regionalen Energieversorgung und zum Klimaschutz.
Die Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien mbH hat die Wasserkraftanlage an der Füchtelner Mühle in Olfen umfassend saniert und modernisiert. Nach der Instandsetzung und der Umrüstung auf steuerbare Turbinen befindet sich die Anlage seit März 2026 wieder im ganzjährigen Dauerbetrieb. Perspektivisch werden dort jährlich mehr als 500.000 Kilowattstunden regenerativ erzeugter Strom in das öffentliche Netz eingespeist.
„Gerade vor dem Hintergrund gestiegener Energiekosten und veränderter Rahmenbedingungen wird deutlich, wie wichtig ein effizienter Umgang mit Ressourcen und Energie ist“, erklärt Geschäftsführer Stefan Bölte. „Die Verbindung von Kreislaufwirtschaft und Energieerzeugung ist dabei ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Abfall- und Energiewirtschaft.“
Die Jahresabfallstatistik der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH stellt die erfassten Abfallmengen sowie die jeweiligen Entsorgungs- und Verwertungswege detailliert dar. Im Jahr 2025 wurden im Kreis Coesfeld insgesamt 102.698 Tonnen Abfall erfasst. Damit lag das Abfallaufkommen deutlich unter dem Vorjahreswert von 107.675 Tonnen. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf geringere Abfallmengen beim Bio- und Grünabfall aufgrund von ungünstigen klimatischen Wachstumsbedingungen zurückzuführen.
Auch das Pro-Kopf-Aufkommen an Haushaltsabfällen ging zurück und betrug im Jahr 2025 noch 448 Kilogramm je Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 25 Kilogramm. Die Verwertungsquote lag bei 79,6 Prozent und blieb damit auf einem weiterhin hohen und stabilen Niveau.
Mit der neuen Bildungspartnerschaft zwischen der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH und der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland mbH bündeln beide Unternehmen ihre Kompetenzen, um die Umweltbildung in der Region gezielt weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Angebote zu den Themen Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltiges Handeln, die sich insbesondere an Kinder und Jugendliche richten.