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Praxisprojekt „Fashion Changers: Fast Fashion vs. Fair Fashion“

04.05.2026

Was passiert mit unserer Kleidung, wenn sie aussortiert wird, und welche Folgen hat unser Modekonsum weltweit? Mit diesen Fragen setzten sich nach den Osterferien Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen im zweitägigen Praxisprojekt „Fashion Changers: Fast Fashion vs. Fair Fashion“ der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC) und ihrer Bildungspartnerin, der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland mbH (EGW), auseinander.

Bereits im Vorfeld hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Erdkundeunterricht intensiv mit den globalen Problemen von Textilabfällen beschäftigt. Das Praxisprojekt knüpfte daran an und bot die Möglichkeit, theoretisches Wissen mit konkreten Beispielen und praxisnahen Einblicken zu vertiefen.

Projekttag 1: Textilrecycling und Kreislaufwirtschaft in der Schule


Der erste Projekttag fand direkt in der Schule statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, was mit Kleidung geschieht, nachdem sie aussortiert wurde, und welche Auswirkungen unser Konsumverhalten auf Umwelt und Ressourcen hat. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, aus welchen Materialien Kleidung besteht, was recycelbar ist und warum Textilrecycling besonders komplex ist.

Anna Lange, Referentin und Mitarbeitende der Umweltbildung bei der EGW besuchte die Klasse und vermittelte anschaulich, wie Alttextilien gesammelt, sortiert und weiterverwertet werden. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft für eine nachhaltige Textilindustrie spielen, aber auch, wo die Grenzen der derzeitigen Recyclingmöglichkeiten liegen. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich überrascht, wie groß der Anteil nicht oder nur schwer weiterverwertbarer Textilien ist.

Projekttag 2: Nachhaltige Mode an der Saxion Hogeschool Enschede


Am zweiten Projekttag fuhren alle Teilnehmenden gemeinsam zur Saxion Hogeschool nach Enschede. Dort erhielten sie einen direkten Einblick in den Hochschulalltag und lernten den Studiengang „Fashion and Textile Technologies“ kennen.

In verschiedenen Workshops setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit nachhaltigen Produktionsmethoden, innovativen Materialien und neuen Technologien in der Modebranche auseinander. Beim Besuch des Nachhaltigkeitslabors und der Werkstätten wurde anschaulich erklärt, wie Recyclingprozesse funktionieren und wie sich nachhaltige Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Materialwahl bis zum fertigen Kleidungsstück – auf Umwelt und Gesellschaft auswirken können.

Textillabor der Saxion Hogeschool

Im Textillabor der Hochschule führten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Experimente und Aufgaben durch. © EGW

Neue Perspektiven auf Mode und Konsum


Das Praxisprojekt bot neben fachlichem Input viel Raum für Austausch, Diskussion und Reflexion. Die Klasse setzte sich kritisch mit den Unterschieden zwischen Fast Fashion und Fair Fashion auseinander und hinterfragte das eigene Konsumverhalten. Viele nahmen neue Impulse für einen bewussteren Umgang mit Kleidung und Ressourcen mit.

Das zweitägige Projekt verband schulisches Lernen, praxisnahe Expertise aus der Entsorgungswirtschaft und internationale Hochschulperspektiven. Es zeigte eindrucksvoll, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung junge Menschen dafür sensibilisieren kann, die Modewelt von morgen verantwortungsvoll mitzugestalten.

Unsere Umweltbildungsangebote

Zusammen mit dem Biologischen Zentrum bieten die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld spannende und kostenlose Bildungsangebote für Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen an.

Umweltbildung und Bildungspartnerschaften


Im Rahmen ihrer Umweltbildungsarbeit bietet die WBC zahlreiche Workshops und Projekte zu Themen wie Recycling, Abfallwirtschaft, Abfallvermeidung, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft an. Das Praxisprojekt „Fashion Changers“ wurde im Rahmen einer Bildungspartnerschaft mit der EGW sowie in Kooperation mit der Saxion Hogeschool Enschede entwickelt. Das Projekt wurde durch das zdi-Netzwerk Kreis Coesfeld im Rahmen der vertieften Beruflichen Orientierung durch Mittel des Wissenschaftsministeriums und der Agentur für Arbeit gefördert. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig für MINT-Themen zu begeistern und praxisnahe Einblicke in Studien- und Berufsfelder mit naturwissenschaftlich‑technischem Schwerpunkt zu ermöglichen. Durch die Verbindung von Schule, Hochschule und regionalen Partnern leistet das Projekt damit auch einen wichtigen Beitrag zur Berufs- und Studienorientierung.